Brautkleid Selber Nähen

Hochzeitskleid selbst genäht

Große Inspiration, sich für Braut & Gäste zu nähen. Das selbst genähte Brautkleid. Ein eigenes Hochzeitskleid zu nähen, ist Pech. Dennoch habe ich die Wahl, mein Brautkleid selbst zu nähen, nicht leicht gemacht.

Zuerst war da die Fragestellung, welche Art von Kleidung ich wollte. Da gibt es auch eine Frau, die seit ihrer Jugend von ihrer Ehe geträumt hat und die ihr Hochzeitskleid direkt vor ihren Blicken hat.

So bekam ich einige Ideen von der Firma Pyramide und habe endlich eine Hochzeitsnacht besucht. Mir wurde bald klar: Wenn man ein wunderschönes Outfit will, muss man echtes Gold in die Hände bekommen. Es gab kaum ein Kostüm unter 800 EUR und dann kam es mir nicht nur wie eine Kunststofftasche vor, sondern es sah auch wie eines aus.

Nur für ein Kostüm, das man nur einmal anzuziehen braucht, knapp 1000 EUR auszugeben, strebte man wieder nach mir. lch will ein einfaches Etui. Tulle schaut aus, als wäre ich in ein Fliegengitter eingewickelt worden. Ich hatte keine Brüste mehr und über dem Kostüm waren plötzlich Speckrollen ausgehängt, wo sonst keine waren.

Dabei war meine eher zarte Gestalt im Gewand komplett verloren. Die Brautmodeindustrie setzt voraus, dass man selbst bei der Konfektionsgröße 34 eine Körpergröße von 1,75 Metern oder wenigstens die Füße einer Leibgiraffe hat. Im Regelfall dehnt sich der Schürzenrock nach dem Liegen in der Nähe der Hüften und Schenkel aus, etwa von der Oberschenkelmitte oder längstens oberhalb der Knies.

Wenn man das Dress verkürzt, wirkt es nur albern. Also wußte ich jetzt, was ich nicht wollte, aber ich hatte immer noch keins. Bald dachte ich darüber nach, ein neues Modell bei der Firma Hawanda zu haben. Und dann gab es noch einen kleinen Shop in Hamburg, wo man ein ganz persönliches Outfit für dich anfertigt.

Schliesslich war ich auch in mehreren Geschäften in Berlin. Ich hatte in zwei unterschiedlichen Brautläden ein passendes Brautkleid mitgebracht. Keiner von beiden war wirklich das gewünschte Kleider. Ganz zu schweigen von einem überteuerten Brautkleid. Doch mit nur 2 Jahren Berufserfahrung selbst ein Hemd nähen?

Und ich habe noch nicht einmal mein eigenes Hochzeitskleid gemacht. Soll das Dress für den Lauf werden, dann würde ich mir ganz normal das weisse Coctailkleid überziehen, das im Kleiderschrank meiner Schwester aufhing. So ging ich endlich in den Textilgeschäft. Als ich mich fühlte, als hätte ich mich seit Stunden durch Gewebeballen gegraben und mich vom Kauf der cremefarbenen Silk fernhalten müssen (ich wollte es mir nicht so schwierig machen), hatte ich meinen idealen Gewebeboden gefunden.

Da ich das Oberteil des Kleides vollständig auskleiden wollte, kaufte ich ein leichtes Futter. Das ganze Gewebe inklusive Reissverschluss und Garn kostet weniger als 100 EUR, obwohl ich 10 m Gewebe kaufte. Es war auch nicht möglich, ein Muster zu entdecken, das exakt meinen Erwartungen entspricht. Zwischen all den Anprobe-Sitzungen hatte ich allmählich ein Gespür für "mein" Gewand entwickelt:

Vor allem habe ich einen Cut benutzt, aber vieles hat sich geändert. Nachdem ich endlich alle Blättchen zusammengeklebt und herausgeschnitten hatte (ich fühlte, dass es 100 waren), gab es einen schweren Einbruch. Dafür musste ich aber wieder mit dem unangenehmsten Teil des Zusammennähens beginnen. Die Prinzessinnen- oder Wienernähte waren nicht an der richtige Adresse.

So wurde das Dress vor allem an Wochenenden und Tagen nach einem nicht so anstrengenden Service hergestellt. Weil es nicht möglich war, das Gewand selbst zu trage und zu pfählen. Ich hätte nur meinem Verlobten geholfen und er sollte das Kostüm doch nicht vorfinden. Vieles auf dem Kostüm habe ich zum ersten Mal genäht.

Am meisten fürchtete ich den Reissverschluss (obwohl das bei Beuteln nie ein Thema war) und ich hatte keine Ahnung, wie ich das Oberteil ausziehen sollte. Dann musste ich das tatsächliche Kleidung kaum noch wechseln. Allerdings wollte ich, dass die Schweißnähte so wenig wie möglich angebracht werden. Letztendlich habe ich mich für die unkomplizierteste Lösung entschieden.

Weil die Fugen durch den Futterstoff nicht zu sehen waren, habe ich einfach die Nahtzugaben auseinandergebügelt und die Kante mit einer gezahnten Schere bearbeitet. Weil ich das Kostüm nur einmal trug, war das völlig ausreichen. Wenn Sie ein Modell tragen und häufiger waschen, würde ich Ihnen davon abgeraten und eine professionelle Reinigung währen.

In meinem Gewand habe ich mich unheimlich wohl gefühlt. Trotz der zwei Stoffschichten und des weit gewölbten Rockes war das Oberteil im Gegensatz zu den anderen Brautkleidern sehr leicht. Darüber hinaus bietet mir das Gewand ungehinderte Bewegungsfreiheit. Es war nicht zu warm oder zu warm und ich frierte oder schwitzte nicht in meinem Slip.

Von einem schneeweißen Kostüm wollte ich nichts wissen, weil es mich schrecklich blaß machte. Ich habe die Schnürsenkel, die ich für das letztendliche Hochzeitskleid erworben hatte, nicht benutzt. Dabei hatte ich darüber nachgedacht, ob ich das Gewand damit verzieren würde, war aber dann davon Ã?berzeugt, dass ich es nur noch schlimmer machen werde. Von oben habe ich eine kleine Jacke genäht, die aber nie benutzt wurde.

Ich habe auch eine kleine Hochzeitstasche aus dem entsprechenden Material genäht. Für das Muster habe ich den Bogen von Patentydoo mitgenommen. Das Brautkleid hat für mich einen entscheidenden Beitrag geleistet, denn ich hatte ein Hochzeitskleid, in dem ich mich vollkommen wohl gefühlt habe und das meinen Ideen exakt entspricht. So kann ich nur jeden bestärken, der sein eigenes Hochzeitskleid nähen will.

Ich fühlte mich dadurch sehr besonders.

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